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Barrierefreie Haltestellen PDF Drucken E-Mail
Montag, den 19. Juli 2010 um 14:36 Uhr

Von Günter Kleinpenning

Die Bunte Liste Bad Salzuflen hat im Juni eine Studie über das Stadtbussystem in Bad Salzuflen durchgeführt. Bei der Befahrung der Linien 941, 942, 943 und 947 haben wir ein besonderes Augenmerk auf die Barrierefreiheit der Haltestellen und dem Service (Fahrer und Busbegleiter) gelegt. Dabei wurden die Strecken „inkognito“ befahren, damit die Ergebnisse authentisch sind.

Bis auf „Kleinigkeiten“ bescheinigen wir den Fahrern und Busbegleitern einen guten Job. Ulrich Treitz, Verantwortlicher für den Stadtbus bei den Stadtwerken,  klärte Dinge wie „telefonierender Busfahrer“ oder „Abfahrt vor Fahrplanzeiten an den Haltestellen“ bereits mit der Firma Köhne.

Bei der Vorstellung unseres Projektes vermittelte uns Herr Treitz, dass sämtlichen Reklamationen nachgegangen wird, um den Fahrgästen den bestmöglichen Service zu bieten. Hier sind die Kunden des Stadtbusses in besten Händen.

Nicht ganz so vorbildlich sind da einige Haltestellen im Bad Salzufler Stadtbussystem. Die anfängliche Vermutung, dass ein Aufstellen von Buswartehäuschen und Sitzbänken an den Haltestellen nach dem Zufallsprinzip erfolgt, bestätigte sich nicht. Eher wurde uns hier bescheinigt, dass wer nur lange genug eine Überdachung und Bank einfordert, diese auch irgendwann zwangsläufig bekommt. An höher frequentierten Haltestellen, wie z.B. Haltestellen mit vielen Schülerinnen und Schülern hat die Stadtverwaltung wohl schon eher ein „Einsehen“.

Ein weiteres und durchaus höher zu bewertendes Defizit ist die fehlende Barrierefreiheit vieler Haltestellen im Stadtbussystem. Wir haben durchaus Verständnis, dass in Zeiten knapper Kassen nicht alles wunschgemäß hergerichtet werden kann. Wer Millionen in die Sanierung der Konzerthalle, nebst Vorplatz mit Wasserspielen und überteuerten Sitzbänken steckt, sollte sich die Sinnhaltigkeit dieser Investitionen überlegen, wenn andererseits Mehreinnahmen mit dem Stadtbus generiert werden, aber nicht in die Haltestellen reinvestiert werden. Hier ist die Konzeptionslosigkeit von Investitionen und Einsparungen mal wieder ganz klar ersichtlich.

Lange StrasseDie Bunte Liste hat eine Vielzahl von nicht barrierefreien Haltestellen ausgemacht. Besonders sind zwei Haltestellen aufgefallen. Zum einen ist die am zweitmeisten frequentierte Haltestelle „Steege“ (beide Fahrtrichtungen) in der Fußgängerzone ebenerdig und die Busse sind, selbst bei Absenkung, nur mit Mühe von Fahrgästen mit Rollatoren zu besteigen.

hoffmannstrasseGeradezu als absolutes Negativbeispiel ist die Haltestelle „Hoffmannstraße 6“ in der Nähe der Seniorenresidenz Hoffmannspark aufgefallen. Neben der angesprochenen fehlenden Barrierefreiheit, haben besonders Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenresidenz einen beschwerlichen Gang auf der nicht als Gehweg angelegten Schotterstrecke. Hier muss aus Sicht der BLBS schnell Abhilfe geschaffen werden, alles andere wäre eine Zumutung.

Wir werden die Schaffung der Barrierefreiheit für diese beiden Haltestellen zur nächsten Ausschusssitzung Bau und Verkehr beantragen und weiterhin mit „offenen“ Augen, zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger, durch diese Stadt gehen.